Run an den Speck

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Mission Ü15 bei 13 Grad und Regen

Wach geworden ca. 9.30 Uhr, aus dem Bett gekrabbelt ca. 9.40 Uhr. Die Knochen sind steif, die Muskeln hart und ich fühle mich wesentlich älter, als ich bin. Das Hirn will nicht so recht mit machen, denn eigentlich dachte ich, Dirk und Flo wollten heute ne Runde laufen gehn, tatsächlich treffen sie sich zum Soccern in der Halle mit Sven und Yannic. Vielleicht bin ich tatsächlich älter, als ich mich fühle?! Bei mir steht heute eigentlich ein langer Lauf an, aber ich habe absolut keine Lust. Der Rücken zwackt, die Beine mucken, wieso sollte ich mir das jetzt antun? Außerdem sieht es ganz übel nach Regen aus, der Himmel ist dunkelgrau. Ich frühstücke erstmal ein Balisto orange und trinke einen doppelten Kaffee, während ich mich mal im www umschaue, was sich so getan hat seit gestern. Nicht viel. Die Läufergemeinde schläft bzw. läuft wohl noch und auch bei facebook ist noch Ruhe im Karton. Während die Männer sich fürs Fussballspielen fertig machen, werde ich langsam wach. Ich glaub, heut ist echt nicht mein Tag. Als Motivationshilfe nehm ich die Runnersworld mit aufs Klo; ich hab mir diese Männer-Unart seit meiner Lauferei auch zugelegt. Aber ich muss gestehen, es hilft tatsächlich (ich meine, sich damit zu motivieren).

Die Jungs sind weg und ich mache mich mal ganz gemütlich dran, mich umzuziehen, während ich noch ein wenig mit dem Schweinhund diskutiere, dass sicher gleich ein Wolkenbruch los geht... Ich gewinne zwar, aber meine Laune ist trotzdem noch nicht so, dass ich mich auf den Lauf freue. Trotzdem nehme ich mir vor, heute nicht ohne eine 15 auf der Uhr zurückzukommen. Wow, da hab ich ja was vor! Wenn ich den Mund da mal nicht zu voll genommen habe! Ich sitze gerade gut im Auto auf dem Weg zum Laufgruppentreffpunkt, von wo aus ich starten wollte, als es anfängt zu tröpfeln. Egal, jetzt bin ich einmal unterwegs. Mit leichten Kopfschmerzen vermutlich vom ESC Bier und immer noch einem latenten Muskelkater laufe ich los. Hm… geht aber ganz gut dafür, dass ich keine Lust habe. Ich freu mich. Meter um Meter wirds richtig gut. Ich schaue auf den Forerunner und stelle fest, dass ich wohl tot bin, da kein Puls. Mist. Seit dem letzten Lauf in Belgien haben Dirk und ich die Pulsgurte wohl vertauscht und seiner funktioniert irgendwie bei mir nicht. Ich schalte meine Uhr ab, damit vielleicht doch noch ein Kontakt zustande kommt. Nischten. Ich vergesse derweil, die Stoppuhr nach dem Einschalten wieder zu starten, weil ich mit den Gedanken wohl bei meiner neuen Reitbeteiligung bin, wo ich nämlich gerade vorbei laufe. Ich freue mich auf morgen, auf den Proberitt mit Nadja. Ungefähr nach 2 km stelle ich dann wohl fest, dass die Uhr nicht läuft und starte sie wieder. Ab da ist mein Muskelkater weg und ich finde in den Wohlfühlmodus. Ich bin guter Dinge für meine spontane „Mission Ü15“.

Dieses neue Laufgebiet ist Klasse. So laufe ich und laufe und laufe und freu mich, als es in Herbach anfängt zu regnen. Endlich! Ich sehe förmlich, wie die Rapspflanzen ihre Köpfe nach oben strecken und die Butterblümchen noch einen touch gelber werden. Schnell bin ich ziemlich nass, aber es stört mich nicht, hatte ja pro Forma mal ne Kappe dabei. Weit und breit keine Menschen unterwegs. Ich laufe durch den Wald wie durch einen Tunnel und genieße jeden Meter. Als ich in Übach-Palenberg ankomme, graut mir ein klein wenig vor dem Rückweg, der weitestgehend bergan verlaufen wird. Ok, schnell war ja sowieso nicht geplant (kann ich außerdem nicht), und solange der MP3 Player nicht schlapp macht, mach ich es auch nicht! Dumm nur, dass ich hier auch noch leichten Gegenwind habe. So werden die letzten Kilometer ziemlich anstrengend, aber der Wille ist, die 15 auf der Uhr zu sehen. Leider bin ich aber bei 14 (eigentlich ja schon 16) wieder in Autonähe und so laufe ich noch einen Kilometer ziemlich dumm durch die Gegend bzw. hin und her. Mir egal. Ich will die 15 sehen, selbst wissend, dass es 17 sind.

Es ist vorbei, ich drücke die Uhr, die 15 steht auf dem Forerunner. Ich bin fertig und zwar fix und fertig! Trinken kann soooo herrlich sein! Die Beine ziepen ganz ordentlich und bücken tut richtig weh. Aber, wie war doch gleich der Spruch: Der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt. Ich setze mich stöhnend ins Auto und fahre wie paralysiert nach Hause. Ganz bestimmt hab ich einen ziemlich dämlichen Gesichtsausdruck, ich fühl mich leicht wie ferngesteuert, meine Kräfte sowie mein Wille sind restlos aufgebraucht.

Jetzt, nach einem starken Kaffee und einem Frühstück gehts mir schon viel besser. Die Dusche wartet auf mich, die Krönung dieses Laufs. Ich lebe wieder!

Einen schönen Sonntag allerseits

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15:12:45 am 15.05.2011 von maha2712 - Tagebuch -
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