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Runners Frühstück. Früher oder später wirds automatisch gesünder.

(M)eine gesunde Sucht

Ich hätte nie für möglich gehalten, dass ich das einmal behaupten würde: Laufen macht süchtig.. Doch vor allem im Laufe des letzten Jahres (2011) habe ich mich so an das Laufen gewöhnt, dass mir etwas fehlt, wenn ich eine Zwangspause einlegen muss. Sei es auf Grund einer Verletzung, wie zu Beginn des Jahres - das ist eigentlich das Schlimmste - oder wegen einer Krankheit, die sich meist “nur noch” als heftige Erkältung zeigt. Wenn man bedenkt, dass ich eigentlich täglich im Zentrum der Bazillen stehe auf Grund meiner Tätigkeit als Schulsekretärin, ist es erstaunlich, wie selten ich inzwischen krank werde. Auch das habe ich sicher dem Laufen zu verdanken.

Im August 2011 musste ich für eine Hysterektomie ins Krankenhaus und durfte im Anschluss 6 Wochen nicht laufen. Das war die reinste Qual, denn den Eingriff habe ich erstaunlich easy weg gesteckt (ich schiebe diese gute körperliche Konstitution auch auf das Laufen) und fühlte mich bereits am folgenden Tag sehr gut (nach weiteren 3 Tagen habe ich mich selbst entlassen). Dass ich dann noch 6 Wochen pausieren musste, war wirklich schwer, weil ich keinerlei Beschwerden hatte. Gut, mein Kreislauf war zu Beginn nicht ganz so fit wie sonst, aber ich hatte keine Schmerzen und fühlte mich großartig. Die Zeit der Pause habe ich dann genutzt, Stabilisationstraining für Sehnen, Muskeln und Bänder zu machen. Später bin ich auch wieder mit Radeln auf dem Hometrainer eingestiegen. Das beste an dieser Pause war, dass mein angeschlagenes linkes Knie endlich mal zur Ruhe gekommen ist und sich auskurieren konnte. Wie zu Beginn erwähnt, bin ich nämlich Silvester 2010 in Trier in eine Kuhle getreten beim Laufen und habe mir dadurch einen Bluterguss zugezogen. Nach Röntgen, MRT und vielen Schmerzmitteln stellte sich heraus, dass der Knorpel lädiert ist, der Meniskus auch bereits leicht geschädigt ist und neben dem Erguss auch eine Baker-Zyste existiert. Diverse Bandagen wurden ausprobiert, der Physio hat mich mit Kinesiotape behandelt, aber immer wieder hatte ich vor allem nach dem Lauf Probleme; ganz schlimm war es im Sitzen und beim Autofahren. Da ich aber auch keinen Nerv hatte, mal wirklich ein paar Wochen die Füsse still zu halten, ist es erst im August wirklich besser geworden, wo ich dann die sechs Wochen mit dem Laufen aussetzen musste. Heute habe ich nur noch ein bisschen Ärger damit, wenn ich zu lange still sitzen muss, wie etwa auf längeren Autofahrten, eineinhalb bis maximal zwei Stunden halte ich aus, dann wird es kritisch. Da hilft dann schon mal eine Ibuprofen 800, wenns sein muss.
Alles in allem kann ich nur sagen, dass dieses regelmäßige Laufen (meist 3 x pro Woche) mich zum reinsten Frischluftjunkey gemacht hat. Es gibts für mich fast nichts Schöneres mehr, wenn ich nach einem unruhigen Tag im Sekretariat endlich an der frischen Luft den Kopf durchpusten lassen kann. Das Wetter ist dabei auch zur Nebensache geworden, wobei es für mich nicht zu warm sein darf - klar, dann gibts ja auch keine “frische” Luft mehr. Ich bin ohnehin eher eine Schlechtwetterläuferin, ab 18 - 20 Grad fängt es für mich an, unangenehm zu werden. Regen, wenn er nicht in Strömen gießt, empfinde ich als sehr angenehm, zumal dann immer recht wenig los ist in Wald und Flur. Ja, ich empfinde es für mich als gesunde Sucht, mich an der frischen Luft zu bewegen und mir fehlt etwas, wenn ich mal eine Woche nicht laufen kann. Wahnsinn, wer hätte das mal gedacht!.

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Und wer läuft, darf auch mal ohne Reue sündigen!